Alltäglicher Rassismus – R.O. #5.3
Gibt es institutionellen Rassismus in deutschen Verwaltungen – und wie entsteht er? Diese Frage steht im Mittelpunkt der neuen Folge des Podcasts Recht Ordentlich, in der Thomas und Daniel eine aktuelle Studie des Politikwissenschaftlers Gert Pickel diskutieren: „Rassismus in deutschen Institutionen und institutioneller Rassismus in Deutschland“.
Der Podcast beschäftigt sich mit rechtlichen und gesellschaftspolitischen Fragen an der Schnittstelle von Verwaltung, Hochschule und Öffentlichkeit. In dieser Folge kommen zwei Perspektiven zusammen: die des Rechtswissenschaftlers und die des Sozialwissenschaftlers.
Im Gespräch gehen die beiden weit über eine bloße Wiedergabe von Studienergebnissen hinaus. Sie arbeiten heraus, dass rassistisches Handeln in Verwaltungen selten auf expliziter Feindseligkeit beruht, sondern häufig aus verfestigten Stereotypen erwächst, die im Rahmen behördlicher Ermessensspielräume wirksam werden – oft ohne dass die Handelnden dies als Rassismus benennen würden.
Besonders aufschlussreich ist die Diskussion über institutionelle Verantwortung: Welche Rolle spielen Führungskräfte dabei, rassistische Routinen zu normieren oder zu unterbinden? Reichen bestehende Rechtsnormen – darunter das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz und Artikel 1 des Grundgesetzes – aus? Und welche Konsequenzen hat es, wenn aus der Politik selbst Deutungsmuster kommen, die Stereotype bestärken?
Die Folge berührt auch hochschulpolitische Dimensionen: Wie kann Sensibilisierung für Diskriminierung curricular verankert werden, und wie lässt sich die fehlende Diversität in Verwaltungsstudiengängen strukturell adressieren?
Recht Ordentlich, Staffel 5, Folge 3 – ein Gespräch über Vorurteile, die wir alle kennen, über Gesetze, die allein nicht genügen, und über die Frage, was es bedeutet, wenn über jedem Büroeingang tatsächlich stünde: Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Die besprochene Studie ist hier zu finden.


